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Links: Voltaire im Alter von 41 Jahren, Gemälde von Maurice Quentin de la Tour
Rechts: Madame du Châtelet (Ende 20), Gemälde von Marianne Loir

Eine Liebesgeschichte

Voltaire und Emilie treffen einander
Im Jahre 1733, als Voltaire Emilie traf, war er mit 39 Jahren ein erfolgreicher Bühnenschriftsteller, Dichter und Geschäftsmann. Sie war 28 Jahre alt und lebte das Leben einer Pariserin der sozialen Oberschicht. Als sie einander trafen, fühlten sie sich sofort zueinander hingezogen.

Beide kannten einander sicherlich vor ihrem ersten Treffen, da beide gemeinsame Freunde und Bekannte hatten. Emilie hatte Voltaires Werke gelesen, kannte seine Stücke und war eine begeisterte Theaterbesucherin. Der Herzog von Richelieu und Voltaire waren enge persönliche Freunde. Emilie, die eine Affäre mit Richelieu gehabt hatte, schrieb ihm einmal und fragte: "Warum haben Sie mir niemals erzählt, dass Voltaire der ideale Mann ist?"

Voltaire schrieb einem Freund über Emilie: "Alles an ihr ist vornehm, ihre Haltung, Ihr Geschmack, der Stil ihrer Briefe, ihre Gespräche, ihre Höflichkeit ..... ihre Konversation ist angenehm und interessant." Sie hatten einander viel zu sagen - dies war ein Zusammentreffen zweier großer Geister.

Regeln gelten für andere
Voltaire und Emilie besuchten die Oper, speisten in den vornehmsten Restaurants und erschienen gemeinsam zu den Audienzen des Königs. Diese öffentliche Zurschaustellung einer Affäre wurde als unpassend empfunden und die gesamte Pariser Gesellschaft war über die Art, mit der sie die Benimmregeln missachteten, schockiert. Voltaire und Emilie kümmerten sich jedoch nicht darum. Regeln galten für andere Leute, sie beide waren verliebt.

Die Polizei sucht Voltaire
Im Mai 1734 waren Voltaire und Emilie bei der Hochzeit des Herzogs von Richelieu anwesend. Einige Tage nach der Zeremonie erhielt Voltaire eine Nachricht aus einem der königlichen Ministerien, welche lautete. Der Autor der "Philosophischen Briefe" würde gut daran tun, "sich zu entfernen". Es war dies die Warnung eines Freundes, daß die Polizei ihn suchte. Er wußte zwar nicht warum, verließ aber schnellstens das Land, um einer Verhaftung zu entgehen.

Voltaire erfuhr später, daß ein Buchdrucker rasch zu Geld kommen wollte, indem er seine Werke druckte und verkaufte, ohne etwas über sie zu wissen. Voltaires Buch "Philosophische Briefe" (oder "Briefe aus London über die Engländer") lobte die politische und religiöse Freiheit in England. Die Zensoren der Regierung sahen dies als Kritik an König und Kirche in Frankreich an. Der Buchdrucker kam in die Bastille. Ein königlicher Haftbefehl zur Festnahme Voltaires wurde herausgegeben und die Polizei machte sich auf die Suche nach ihm.

Zwei Monate lang verbarg sich Voltaire bei Bekannten entlang der französischen Grenze. Er hielt sich auch auf Schloss Cirey, dem Stammsitz von Emilies Ehemann, auf und stellte fest, daß dieses äußerst reparaturbedürftig war.

Die Entscheidung, in Cirey zu leben
Es mag eigenartig erscheinen, daß Voltaire und Emilie planten, auf Schloss Cirey zu leben und daß Emilies Ehemann damit einverstanden war. Voltaire lieh dem Marquis 40.000 Franken zu niederen Zinsen, um die Renovierung des Schlosses zu bezahlen. Der Marquis kam so zu einem Landgut auf dem er jagen konnte und Voltaire bezahlte Emilies extravagante Ausgaben. Dieses Arrangement war dem Marquis recht.

Voltaire wollte schon immer einen Besitz auf dem Lande, wo er schreiben konnte. Die Renovierung des Schlosses begann im August und Voltaire und Emilie machten aus dem Schloss ein konfortables Heim. Voltaire war ein reicher Mann, es fehlte ihnen an nichts und sie lebten im Überfluss.


Die Liebesbeziehung
Diejenigen, die Voltaire und Emilie kannten, waren an deren romantischen Beziehung und an den Geschichten, die aus Cirey kamen, interessiert. Madame de Graffigny, die drei Monate auf Schloss Cirey zu Gast war, schrieb ihren Freunden, dass Emilie viele Schmuckstücke besaß, die wahrscheinlich Geschenke von Voltaire waren und dass das Paar englisch sprach, wenn sie Streit hatten. Dies waren Details, die die Leute am interessantesten fanden.

Madame de Graffigny berichtet auch, dass es lediglich abends Unterhaltung für die Gäste gab. Voltaire und Emilie arbeiteten während des Tages, sandten einander Notizen und diskutierten über ihre Arbeit. Von den Gästen erwartete man, dass sie in ihren Zimmern blieben, lasen oder selbst für Unterhaltung sorgten. Nur wenige Leute verstanden aber die intellektuelle Welt, in der das Paar lebte.

Geistige Verbindungen
Voltaire und Emilie hatten beide das Verlangen die " Wahrheit " zu entdecken und über ihre Entdeckungen zu schreiben. Beide wollten der Welt einen starken Eindruck hinterlassen. Die Verbindung des Paares zueinander beruhte zum Grossteil auf ihrer Arbeit, sowohl der gemeinsamen, als auch der, die sie einzeln durchführten, und darauf, wie sie einander bei der Erreichung ihres Ziels unterstützten.

Die Suche nach der Wahrheit
Voltaire und Emilie trugen eine Bibliothek von 21.000 Büchern zusammen, was einer Universitätsbücherei des 18. Jahrhunderts entsprach. Diese Bibliothek enthielt Werke von Autoren des Altertums bis hin zu ihren Tagen. Es wurde viel Zeit mit lesen, analysieren und mit Diskussionen über die Arbeiten vieler Schriftsteller verbracht, um herauszufinden, was diese über die Wahrheit über viele Themen dachten.

Welche Themen hatten für sie das größte Interesse und über welche schrieben sie?


Metaphysik: Dies ist ein Teil der Philosophie, der sich mit der Frage der grundsätzlichen Natur der Realität außerhalb dessen, was mit den Sinnen erfasst werden kann, beschäftigt. Voltaire und Emilie suchten Antworten auf die Fragen, die schon seit Jahrhunderten gestellt werden und auch heute noch gestellt werden, wie zum Beispiel: Gibt es einen Beweis für die Existenz Gottes? Was ist die Seele und ist sie unsterblich? Hat der Mensch einen freien Willen? Wo liegt der Ursprung des Bösen? Und woher kommen unsere Gedanken?

Ethik: Die Probleme, welche sie besonders beschäftigten waren: Was ist Glück?, die Natur des Vergnügens, das Gute und Böse aus der Sicht der Gesellschaft, Belohnung und Bestrafung, Gleichheit und das Verhältnis von Leidenschaft und Vernunft.

Physik (Im 18. Jahrhundert auch als Naturwissenschaft schlechthin bezeichnet): Sowohl Voltaire als auch Emilie interessierten sich für die Arbeiten Isaac Newtons und für die Wissenschaften.

Geschichte: Emilie zeigte an Geschichte wenig Interesse, denn dies war lediglich eine Aufzählung von Kriegen und Eroberungen. Dies führte dazu, dass Voltaire in seinen geschichtlichen Werken die Taten großer Männer, welche zur Entwicklung der Zivilisation beitrugen, einschloss.

Kritischer Deismus (Kritik der Bibel): Voltaire und Emilie erstellten eine detaillierte Analyse der Bibel, um sich ihre eigene Meinung darüber bilden zu können, ob dieses Dokument eine geeignete Grundlage für die Religion darstellt.

Zusammenarbeit und Kritik
In der Einleitung zu den "Elementen der Newton'schen Philosophie", veröffentlicht im Jahre 1737, stellt Voltaire fest, dass er und Emilie bei der Erstellung dieses Buches zusammengearbeitet haben. Beide waren davon überzeugt, dass die Übersetzung von Newtons Werk in die französische Sprache, welches die Prinzipien der Schwerkraft, Optik und Licht erklärt, eine Arbeit von höchster Wichtigkeit darstellte. Nach diesem gemeinsamen Projekt setzte Emilie ihre Studien in Mathematik fort und ergänzte ihre Übersetzung von Newtons "Prinzipien", die Voltaire nach ihrem Tode veröffentlichte.

In Voltaires Originalmanuskripten finden sich von Emilie geschriebene Randbemerkungen; ebenso gibt es in Emilies Manuskripte Kommentare von Voltaires Hand. Sie lasen jeweils die Arbeiten des anderen und machten Vorschläge zur Verbesserung. Voltaire pries oft Emilies Intelligenz und sagte, dass sie ein Genie wäre, auch widmete er ihr fast alle seine Werke während ihrer 15-jährigen Beziehung. Möglicherweise sind diese Widmungen an Emilie eine Anerkennung für ihren Anteil an seinem Werk.

Voltaire und Emilie hatten ähnliche Wertvorstellungen und unterstützten einander in ihren geistigen Zielen und ihrem Schaffen. Dies war ein Teil ihrer Beziehung, den die anderen nicht sahen, der aber die Hochachtung, die Ergebenheit, die beide füreinander hegten und das geistige Band zwischen den beiden erklärt.

Voltaire schrieb kurz nach Emilies Tod im Jahr 1749 an einen Freund: "Ich habe nicht meine Mätresse verloren, sondern die Hälfte meiner selbst, eine Seele, die für meine Seele geschaffen schien."


Verlorengegangene Korrespondenz
Während ihrer 15-jährigen Beziehung sammelte Emile alle Briefe, die Voltaire ihr geschickt hatte. Sie hatte diese Korrespondenz in acht Büchern, die in rotes Leder gebunden waren, gesammelt. Dieser Briefwechsel wurde nie gefunden.


Übersetzung der Webseite auf Deutsch: Ute Makhloufi /Curel, France       

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Château de Cirey
52110 Cirey-sur-Blaise
Haute-Marne France

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Last Updated: March 30, 2007