Das Hochofenmuseum
Das Vorkommen von Eisenerz und reichlich Holz aus den Wäldern machten aus den Tälern der Blaise und der Marne ideale Orte zur Gusseisenerzeugung. Die Hochöfen und Gebäude waren von beachtlicher Größe.

Auf Schloss Cirey befanden sich zwei Hochöfen, ähnlich dem auf dem Bild, die dem Besitz hohe Einkünfte einbrachten.

Ein gut ausgeführter Hochofen konnte 20 bis 30 Wochen ununterbrochen in Betrieb sein. Dann musste er für Reparaturen am Gestell, der Verkleidung und dem Gebläse entleert werden.

Der Hochofen wurde durch die Öffnung an der Oberseite beschickt, sobald es die Masse im Inneren erlaubte. Eine "Charge" bestand aus 230 Pfund Holzkohle, 500 Pfund Eisenerz, weiters 50 Pfund Kalkstein und 20 Pfund Lehm, die dazu dienten, die Schlacke zu binden.

Guss eines Roheisenbarrens
Viele der kleinen Gemeinden entlang der Blaise besaßen eine Eisengießerei, die den Leuten in der Umgebung Arbeit verschaffte. Der Grossteil des in den Hochöfen gewonnenen Eisens wurde zu langen Barren aus Roheisen gegossen (Massel) und unverändert an Gießereien und Schmieden, wo sie zu Gusseisenprodukten weiterbearbeitet wurden, verkauft.

Um einen Roheisenbarren zu gießen, wird das geschmolzene Eisen nach dem Abstich in eine Gussform geleitet, die, wie auf dem Bild zu sehen ist, in einem Sandbett vorbereitet wurde. Der Hochofenmeister und sein Helfer halten die Form bereit, um das geschmolzene Eisen zu empfangen. Zwei andere Arbeiter entfernen einen bereits gehärteten und abgekühlten Barren. Jeder Barren besaß eine eingravierte Nummer, die zur Identifizierung der Produktionsstätte diente.

Zwei riesige Blasebälge führten dem Hochofen ununterbrochen Luft zu. Beim Abstich wurden diese Blasebälge abgestellt, da ansonsten die Arbeiter durch die Flammen und Rauchwolken erstickt wären. Die dem Hochofen am nächsten Arbeiter trugen Schutzkleidung: Überhosen, dicke Arbeitshemden, einen Schurz und breitkrempige Hüte, die sie vor der Hitze schützten.

Solch ein Hochofen konnte zwei bis drei Tonnen Eisen pro Tag produzieren.    Nächste Seite


Das Hochofenmuseum wird vom Verein zur Erhaltung des Kulturgutes der Eisenverarbeitung in der Haute-Marne betrieben. (Association pour la Sauvegarde du Patrimoine Métallurgique Haut-Marnais).

Das Museum befindet sich in Dommartin-le-Franc, im Departement Haute-Marne, nördlich von Schloss Cirey.

Übersetzung der Webseite auf Deutsch: Ute Makhloufi