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Links: Voltaire im Alter von 41 Jahren, Gemälde von Maurice Quentin de La Tour
Rechts: Voltaire im Alter von 55 Jahren


Francois Marie Arouet de Voltaire
geboren am 21. November 1694
gestorben am 30. Mai 1778



Frankreichs grösster Schriftsteller
Im 18. Jahrhundert, als die französische Kultur Europa beherrschte, beherrschte Voltaire die französische Kultur. Seine Schriften umfassen eine große Anzahl von Werken in beinahe allen Literaturgattungen: 56 Theaterstücke, Erzählungen und Romane, Gedichte und Epen, Abhandlungen, wissenschaftliche und gelehrte Aufsätze, Flugblätter, Buchbesprechungen und mehr als 20.000 Briefe.

Voltaire kam am 21. November 1694 zur Welt und wurde 83 Jahre alt. Er wurde gegen den Willen seines Vaters Schriftsteller, der behauptete, dass er damit nicht genug verdienen könnte. Aber mit 40 Jahren war Voltaire sowohl ein bekannter Schriftsteller, als auch ein reicher Mann.


Ein Schriftsteller für soziale Reformen
Voltaire ist für seine philosophischen Schriften und seinen scharfen Verstand bekannt, ebenso als Vorkämpfer gegen Ungerechtigkeit, Grausamkeit und Krieg. Er war im Frankreich des 18. Jahrhunderts derjenige Schriftsteller, der am unverblümtesten politische und soziale Reformen unterstützte. Da seine Schriften den König und die Kirche kritisierten, verbrachte er den Grossteil seines Lebens in ständiger Angst vor dem Gefängnis. Dennoch lebte er ziemlich viele Jahre in Paris, obwohl sein Aufenthalt dort entweder verboten oder sehr gefährlich war.

Voltaire war Sohn eines Notars. Von seinem 9. bis 17. Lebensjahr besuchte er das Jesuitenkolleg Louis-le-Grand. Nach dem Schulabschluss fand sein Vater für ihn eine Stelle in einer Rechtsanwaltskanzlei, aber Voltaire wollte sich ganz der Literatur widmen. Er verbrachte die meiste Zeit in den Pariser Salons und wurde zum Esprit der Pariser Gesellschaft.


11 Monate in der Bastille
Voltaire wurde 1717 wegen Beleidigung des Regenten Philippe II. von Orléans verhaftet und in die Bastille eingeliefert. Elf Monate später wurde er, nachdem es sich herausgestellt hatte, dass er zu Unrecht angeklagt worden war, wieder entlassen. Während seines Aufenthaltes im Gefängnis schrieb er sein erstes Theaterstück "Ödipus", mit dessen Aufführung er nach seiner Entlassung großen Erfolg hatte. Voltaire schrieb weiterhin für das Theater und glaubte, mit dieser Laufbahn sowohl Ruhm, als auch Wohlstand zu erlangen.

Zweiter Aufenthalt in der Bastille
Im Jahre 1726, während eines Theaterbesuches, machte Voltaire eine spöttische Bemerkung zum Chevalier de Rohan, einem jungen Adeligen, der merkte, dass Voltaire ihn lächerlich machen wollte. Um mit ihm abzurechnen, lies Rohan Voltaire von mehreren Männern verprügeln, währenddessen er den Überfall von seiner Kutsche aus beobachte. Voltaire war zwar kein athletischer Typ, nahm aber Fechtunterricht und beabsichtigte, Rohan zum Duell zu fordern. Um Probleme zu vermeiden, veranlasste die mächtige Familie Rohan einen königlichen Geheimbefehl, Voltaire wurde verhaftet und in die Bastille gebracht. Er wurde gegen das Versprechen, das Land zu verlassen und nach England zu gehen, auf freien Fuß gesetzt.

Grössere Freiheit in England
Der Zwischenfall mit Rohan hinterließ einen unauslöschlichen Eindruck bei Voltaire und er wurde von diesem Zeitpunkt an ein Fürsprecher für juristische und soziale Reformen. Während seines über zwei Jahre dauernden Aufenthaltes in England traf er die wichtigsten Literaten des Landes. Er war von der großen Gedankenfreiheit in England beeindruckt und stark von Isaac Newton und John Locke beeinflusst. Als es ihm wieder gestattet war, nach Frankreich zurückzukehren, richtete er sich eine finanzielle Grundlage ein und führte sodann seine schriftstellerische Karriere mit dem Ziel fort, die Wahrheit zu finden, über sie zu schreiben und sozialen Reformen Vorschub zu leisten.

Das Gottesgnadentum
Mittels seiner literarischen Werke versuchte Voltaire Reformen der sozialen und rechtlichen Struktur dieser Zeit zu bewirken. Im Frankreich des 18. Jahrhunderts lag alle Macht in den Händen des Königs und der Kirche. Die Kirche lehrte, dass dem König alle Autorität, die bestimmte, was Gut oder Schlecht ist, von Gott gegeben worden war. Der König stand über den Gesetzen, sein Wille war Gesetz. Im Gegenzug zur Lehre des Gottesgnadentums beim Volk akzeptierte der König die Autorität der katholischen Kirche in Frankreich. Nun war dies aber ein System von Gedankenkontrolle und solange die Masse an das Gottesgnadentum glaubte, behielten der König und die Kirche, sowie diejenigen, die in ihren Diensten standen (Adelige und hoher Klerus) ihre Privilegien gegenüber dem gemeinen Volk.

Das Rechtssystem in Frankreich
Im 18. Jahrhundert gab es 350 verschiedene Gesetzessammlungen für die einzelnen französischen Regionen. Für einen Bürger war es schwierig zu wissen, welches Gesetz in seinem Gebiet und für welchen Fall angewendet wurde. Die Justizämter waren käuflich und es waren dafür keinerlei Vorkenntnisse notwendig .Die Richter fällten ihre Urteile im Namen der bestehenden Gesetze, denn sie hatten vom König die Macht, die ihm von Gottes Gnaden zustand, übertragen bekommen. Ein Gefangener konnte monatelang in Haft gehalten werden, bevor ein Prozess stattfand. Es gab kein Schwurgerichtsverfahren, die Folter wurde benutzt, um Geständnisse zu erpressen und wenn jemand für schuldig befunden worden war, wurde sein Vermögen vom König beschlagnahmt. Die Strafgesetze waren undurchschaubar. Neue Gesetze widerriefen die alten und standen oft zu diesen im Gegensatz. Beinahe jedes Urteil konnte vollstreckt und durch irgendein Gesetz gerechtfertigt werden. Demzufolge war die Macht eines Richters unbeschränkt.

Arrestation ohne Prozess
Einflussreiche Personen konnten einen geheimen Befehl (lettre de cachet), der vom Minister unterzeichnet war und das königliche Siegel trug, erwirken, wenn jemand verhaftet werden sollte, ohne dass ein Gesetz verletzt worden war. Die Person, die in diesem königlichen Geheimbefehl angeführt war, musste entweder in ein bestimmtes Gefängnis oder ins Exil, sei es ins Ausland oder in eine französische Stadt, gehen. Der Verhaftete musste für unbestimmte Zeit im Gefängnis oder im Exil bleiben. Er konnte sich nicht verteidigen, denn er war nicht angeklagt worden und es hatte auch keinen Prozess gegeben.

Die Zensur
Im Frankreich des 18. Jahrhunderts war es nicht einfach, ein Schriftsteller für soziale Reformen zu sein. Jedes geschriebene Werk musste die offizielle Zensur passieren, bevor es veröffentlicht werden konnte. Ein Edikt aus dem Jahre 1723 bestimmte: "Kein Verleger oder jemand anderer darf nirgendwo im Königreich ohne die vorherige Erlaubnis durch einen mit dem königlichen Großsiegel versehenen Brief ein Buch drucken oder nachdrucken." 1741 gab es 76 offizielle Zensoren. Bevor einem Buch die "Erlaubnis und das königliche Privileg" erteilt wurde, musste der Zensor überprüfen, dass dieses Buch nichts gegen die Religion, die öffentliche Ordnung oder Sittlichkeit enthielt. Ein Buch, welches ohne die Genehmigung der Regierung veröffentlicht wurde, konnte durch den Henker verbrannt und der Drucker, sowie der Verfasser verhaftet und ins Gefängnis gebracht werden. Viele von Voltaires Werken wurden öffentlich verbrannt.

Noch strengere Zensur
Im Jahre 1757 versuchte ein Mann namens Damiens Ludwig XV. zu ermorden. Als Reaktion auf den Anschlag auf den König verurteilte ein neues Edikt zum Tode: "alle diejenigen, die überführt werden, ein Werk geschrieben zu haben, mit der Absicht, die Religion und die königliche Autorität anzugreifen oder die Ruhe und Ordnung im Königreich zu stören." 1764 verbat ein anderes Dekret die Veröffentlichung von Schriften über die Staatsfinanzen; Flugblätter und sogar Vorworte zu Theaterstücken wurden einer strengen Prüfung und Kontrolle unterworfen. Für das Verkaufen oder Kaufen von Büchern, die die Regierung kritisierten, gab es Strafen, die vom Pranger bis zu neun Jahren Galeerenhaft reichten. Voltaire hielt es sein ganzes Leben lang für notwendig, einen Fluchtplan, sollte die Polizei ihn suchen, zur Verfügung zu haben.

Die meisten von Voltaires Schriften waren verboten
Auf Grund der Zensurbestimmungen schrieb Voltaire häufig anonym und der Verkauf der meisten seiner Schriften war verboten. Dennoch waren seine Werke auf Grund seines schriftstellerischen Talents und seines scharfen Geistes wegen sehr gefragt.

Voltaire und andere Schriftsteller, die die Zensur umgehen wollten, mussten ihre Werke in Amsterdam, Den Haag oder Genf drucken lassen und sie dann nach Frankreich schmuggeln. Voltaire leugnete oft, der Autor vieler seiner Schriften zu sein und kritisierte und brandmarkte seine eigenen Werke. Er verwendete noch andere Mittel um seine Feststellungen, die soziale Reformen unterstützten, zu tarnen: Theaterstücke und Erzählungen ( mit Beispielen sozialer Ungerechtigkeiten, die denen in Frankreich ähnlich waren) spielten oft in vergangener Zeit oder in fremden oder imaginären Ländern. Eine andere Technik bestand darin, einen Ausweg anzubieten, aber keine Meinung abzugeben, sodass der Leser entschied, wie er (oder sie) über den Ausgang dachte. Voltaire wurde oft als genialer Spötter bezeichnet. Er verwendete Logik und Humor um zu zeigen, dass Widerspruch zu seinem Standpunkt vollkommen lächerlich war -- und in dieser Technik war Voltaire der Meister.


Kein Urheberrecht
Zu dieser Zeit gab es noch kein Urheberrecht und es war üblich, dass die Drucker alles herausgaben, was sie in ihre Hände bekommen konnten, ohne ihren Gewinn mit dem Autor zu teilen. Voltaire bezog deshalb nur wenige Einkünfte aus seiner Schriftstellerei. Er sah früh ein, dass es notwendig war, ein unabhängiges Einkommen zu haben, wenn er soziale Reformen mittels seiner Schriften unterstützen wollte.

Voltaires Vermögen
Voltaire war im Alter von 40 Jahren bereits Millionär. Als er ungefähr 20 Jahre alt war, pflegte er Freundschaften mit reichen Bankiers, besonders mit den Brüdern Paris. Durch sie lernte er, in Aktien anzulegen und mit Geld und anderen Waren zu spekulieren. Die Brüder Paris hatten mit der französischen Armee einen Vertrag und lieferten dieser Kost und Munition; sie ermutigten Voltaire, sich an diesem äußerst profitablen Unternehmen zu beteiligen. Während seines Aufenthaltes in England hatte er beobachtet, dass mit Investitionen in den Außenhandel große Vermögen gemacht werden konnten und so legte er Geld in Schiffe an, die rund um die Welt segelten. Er investierte auch in Kunstwerke und verlieh Geld gegen Zinsen.

Voltaires Sekretär Longchamps berichtet, dass dieser im Jahr 1749 über ein Einkommen von 80.000 Franken verfügte, was einer heutigen Summe von 600.000 Dollar entspricht. Voltaire hatte verschiedene Geldanlagen, die ihm ein jährliches Einkommen von 45.000 Franken in jedem von mehreren Ländern sicherte. Er tat dies, um über finanzielle Mittel zu verfügen, falls er eines Tages gezwungen sein sollte, Frankreich schnell verlassen zu müssen.

Voltaires Werk
Voltaires Werke richteten sich gegen Krieg, religiöse Intoleranz, sowie politische und soziale Ungerechtigkeit. Seine Schriften hatten einen großen Einfluss auf die französische Revolution 1789 und die amerikanische Revolution von 1776.

Man muss Voltaire gelesen haben um zu verstehen, dass er zu seiner Zeit als der größte europäische Schriftsteller angesehen wurde und warum er heute noch Bedeutung hat.

Emilie du Châtelet       

Übersetzung der Webseite auf Deutsch: Ute Makhloufi /Curel, France       

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Last Updated: March 30, 2007